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Ich treffe Denis Pavlovic morgens um 10 Uhr im Blauen Engel >>. Der 31-Jährige ist Student
an der Filmakademie >> und einer der Macher von „Stadtlücken“, dem neuen Dokumentarfilm
über Ludwigsburg.

Hallo, Denis, schön, dass du Zeit hast. Trinkst du Kaffee?

Ja, danke.

Wie kamt ihr auf die Idee, einen Film über Ludwigsburg zu machen?

Zunächst kam die Stadt auf die Akademie zu, mit dem Wunsch nach einer Stadtdokumentation
zum 300-jährigen Stadtjubiläum. Dann haben wir, René Colling, Tobias Gerginov
(beide Produzenten) und ich (Regie), sehr schnell beschlossen, dass dies ein gutes Thema
für uns ist, wenn wir es zu unserem Thema machen. Und wir konnten dann auch sehr frei
unsere Ideen umsetzen. Auch stilistisch.

Wie habt ihr es zu „eurem“ Thema gemacht?

Wichtig war uns, dass wir einen jungen Film machen, auch mit einer Bildsprache, die zu uns
passt. Eine junge Sicht auf die Stadt. Wir wollten Ludwigsburg neu entdecken. Das, was unter
der Oberfläche vorhanden ist und nicht auf den ersten Blick sichtbar. Dabei sind wir schnell
fündig geworden.

Was habt ihr entdeckt?

Wir sind an Orte gegangen, die zwar bekannt sind, sicherlich sogar international, die einem
aber nicht unbedingt gleich einfallen, wenn man an eine hübsche, schwäbische Barockstadt
denkt. So gesehen also „unerforschte“ Orte.

Wir waren bei der Zentralen Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen >>,
in der Rockfabrik>>, bei einem Zukunftsforscher im Urban Harbour >>, im
Kunstzentrum Karlskaserne >> und bei der GalaCon >> im Forum >>, zu der My-little-Pony-Fans
aus aller Welt anreisen. Wir haben Menschen getroffen, beobachtet und mit ihnen gesprochen.
Und haben dabei viele Momente erlebt, die überraschend, teilweise fast schon befremdlich
waren – wenn ich jetzt z.B. an die My-little-Pony-Convention denke. Ziel war es, das
Ungewöhnliche, Unerwartete zu finden. Und das haben wir.

Daher auch der Titel „Stadtlücken“?

Ja, die Lücke – im übertragenen Sinn – fanden wir spannend, eben den Moment, den
Zwischenzustand, wo der Zuschauer noch denkt, was oder wo ist denn das? Und dann
erkennt, ja, kenne ich doch! Oder auch den Ort zu zeigen, an dem das Erwartete, eben
vielleicht das Schwäbische, auf das Tatsächliche trifft: die hochinnovative Zukunftsforschung,
die Metall-Szene, den weltweit ermittelnden Nazijäger.

Glaubst du, Ludwigsburg ist ein Ort der Gegensätze?

Ja, und ich finde es besonders sympathisch, dass das hier so gut funktioniert.
Schwäbisch-Alteingesessenes und neue Impulse leben nicht nur nebeneinander her,
sondern beide Seiten gehen da ganz offen aufeinander zu.

Was sind deine Lieblingsorte hier?

Das sind vor allem die Ränder, die Übergänge vom Städtischen in die Natur. Beispielsweise
faszinieren mich die Schrebergärten, die neben den Gleisen Richtung Kornwestheim
angelegt sind. Es ist auch wirklich schwer, dorthin zu kommen, wenn man die Zugänge
nicht kennt. Eben auch „unerforschte Orte.“

„Stadtlücken“ hat am 1.10. im Caligari Premiere, wo kann man den Film noch sehen?

Nach der Premiere kann man unseren Ludwigsburg-Film im Internet streamen unter
www.stadtluecken-film.de

Vielen Dank für das nette Gespräch.

 

Was? Premiere des „Stadtlücken“, www.stadtluecken-film.de

Wann? 1.10.2018, 19:30 Uhr

Wo? Kino Caligari>>, Seestraße 25, Ludwigsburg

Kosten: 6 Euro

Zielgruppe: Alteigesessene und Neugierige, die Ludwigsburg (neu) entdecken wollen

Insidertipps: An diesem Abend wird außerdem die „Ludwigsburg Sinfonie“  zu sehen sein.
Die Filmemacher sind anwesend und es kann geplaudert werden.