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Unser Alltag wäre nur schwer zu bewältigen – sagen manche – wenn es viele Ludwigsburger Erfindungen nicht gäbe.

Tatsächlich sind so einige Produkte, die wir heute kennen und selbstverständlich benutzen, in Ludwigsburg oder von Ludwigsburgern erfunden worden. In lockerer Abfolge stellen wir sie Ihnen vor.

Entscheiden Sie selbst, wie gut Sie ohne diese durch den Tag kommen würden. Heute:

 

Der Leitz-Ordner

Wie sieht es auf deinem Schreibtisch aus?

Liegen da lauter lose Blätter rum?

Wie schön ist es doch, wenn man Ordner hat, in die man sie ordentlich einsortieren kann. Man öffnet den Ordner einfach an der Stelle, wo man ein neues Blatt einfügen will, öffnet den Klemmbügel und legt es ein. Super-easy!

Kaum zu glauben, dass das früher nicht ging.

Ende des 19. Jahrhundert wurden Akten noch geschnürt. Daher heißt: Durch alle gelochten Seiten wurde ein Faden gezogen. Da musste man dann die gesamte Bindung lösen, um nachträglich eine Seite einzufügen. Echt umständlich! Und hinstellen konnte man die Papiersammlung natürlich auch nicht.

Die heutigen Stehordner mit Klemmbügel haben wir Louis Leitz zu verdanken. Der Name kommt dir bekannt vor, oder? Schließlich ist „Leitz-Ordner“ ein fast so bekannter Ausdruck wie „Tempo-Taschentuch“. Ihm gelang also der Traum eines jeden Marketing-Abteilungsleiters: Das Produkt ist heute fest mit der Marke verbunden.

Louis Leitz also …und der soll aus Ludwigburg kommen?

Fast! Genau gesagt wurde Herr Leitz in Großingersheim geboren. Aber das ist ja gleich nebenan. Sein Geburtshaus steht heute noch an der Ecke Bietigheimer Straße/Brunnengasse.

Seit jeher ist Leitz ein Tüftler. Nach einer Drechslerlehre schiebt er noch eine Ausbildung zum Mechaniker nach. Als selbständiger Fabrikant entwickelte er dann in den 1880er und 1890er Jahren neuartige Ordner und revolutioniert damit die Büroorganisation.

Nach einigen Prototypen – einem Leitz-Registrator auf Holzbrett (1892) und einer Ordnungsmechanik mit Umlegebügel und Hebel (1893) – entwickelt er schließlich 1896 den heute noch gebräuchlichen Leitz-Ordner.

Seine neuartige Mechanik ist bis heute nahezu unverändert in jedem Ordner enthalten.

Die Firma befand sich übrigens in Stuttgart-Feuerbach. Leitz zeugte mit seiner Frau vier Kinder und starb 1918 in Stuttgart. Sein Ordner sorgt bis heute in unzähligen Büros und Haushalten für mehr Übersicht und eine einfache Aktenablage. Danke dafür!

Tipp: Wenn du einen neuen Ordner brauchst, schau mal beim Drogeriemarkt Müller vorbei:

Zum Firmeneintrag >>

 

Hier noch ein paar Fakten, mit denen du glänzen kannst:

·         In einen Standard-Ordner passen 500 Blatt Din A4-Papier.

·         Der Abstand zwischen den zwei Löchern beträgt 8 cm.

·         Die Firma Leitz sitzt noch heute in Stuttgart und nennt sich „Esselte Leitz GmbH & Co KG“.

·         Um die Seiten gleich einzuheften, bekamen Kunden von Leitz den dazugehörigen Locher anfangs zu jedem Ordnerkauf dazu geschenkt.